Herr Zeller und der Verlust des Humors

Die Masse braucht + saugt. Schenkelklopfer Lacherkracher Comedy am Band. Immer schneller leichter grenzenlos. Fast Food Fun. Infinite Jest, schreibt Wallace. Unendlicher Spaß. Improvisiert oder einstudiert – einerlei. Kabarettisten Komiker Clowns werden hintereinanderweg durch die Kanäle geschleust, heiterkeitsreif auf der Bühne zum Auslachen serviert. 1 Lacher pro Minute ist zu wenig. Das muss Schlag auf Schlag. Keine komplizierten Spannungsbögen, in deren logisch langwierigen Aufbauten der Zuhörer verweilend sich verirrt, sondern knackigkurz, einfach pointiert. Lustig halt. Gegensätze gehen gut. Und immer viel Interjektionen. Und ich so: Hallo? Haha. Der Nächste.
So kann man überleben.

Katja Schraml: Herr Zeller und der Verlust des Humors. In: Kalmenzone literaturzeitschrift. Nr. 10: „Don Quijote und seine Verwandten“. ISSN 2196–3835. 30.10.2016.

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nichts.

Ja, was mache ich damit?
Ich fälle die Buchen + rode das Land.
Ich erricht 1 Zaun, damit es schön abgesteckt erkennbar: das ist mein Land.
Ich bau 1 Haus darauf aus schwerem Stein. So soll es sein.
[…] Ich setz 1 Herde wilder Schafe in 1 Stall + gewöhne sie ans Haus, die werden geschwängert gemolken geschoren, ihre Lämmer geschlachtet.
Ich feier 1 Fest + lade alle Nachbarn ringsherum ein und wundere mich, dass keiner kommt, der mich versteht.
Ich warte, bis ich tot umfalle + in die Erde sinke, jemand Sand auf den Sarg wirft, 1 Kreuz/die Augen auf/einen Bogen schlägt um mein Grab.
Dann sehe ich von irgendwo aus dem Äther aus zu, wie die Schafe aus den Ställen den Zaun durchbrechen, die Buchen aus dem Boden Haus Hütte Heim durchsprießen, bis alles dem Erdboden gleich und wieder von vorne beginnt, und wie kein Sekundenschlag später die Welt mich vergessen und den Rest überholt, der ein paar tausend Jahre lang nun genug Gedanken getragen + Bedenken erschlagen.

Katja Schraml: Nichts. In: keine!delikatessen. Zeitschrift für Literatur. Nr. 21: „Flucht“. 30.09.2016. ISSN 1994-1293.

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ehrlich gesagt.

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Katja Schraml. Ehrlich gesagt. In: Karussell. Bergische Zeitschrift für Literatur. Nr. 5: Liebe Lüge. Bergischer Verlag. 19.11.2016. ISBN 978-3-945763-26-1.

Lesung am Samstag, 19. November 2016, 19:30 Uhr. Literaturhaus Wuppertal

 

stimmgabe_lleben

ich klinge, wie ihr mich anschlägt

hoch oder tief

dann schwing ich aus

zu mir zurück

und ich brauch lang

(ich darf nur nicht vergessen, wo ich grad war.)

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zeit für 1 neue kategorie

ich seh überall ge_sichte_r. #iseefaces. (everyware)

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Nackt_schnecken_sensor.
Lesung im Rahmen der Präsentation der Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2016: Grenzüberschreitung.
Donnerstag, 27.Oktober 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin-Kreuzberg.
Eintritt 5,- €/erm. 4,- €

„Es läuft sich gut.“

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Gewinnerin beim BR Wettbewerb Hörspiel-Skript und Ideen Public Workshop 2016.

Aus der Jurybegründung:

Katja Schraml entfaltet mit ihrem inneren Monolog Es läuft sich gut hohes Tempo und Sogwirkung und besticht durch Witz und Lakonie.

„Früher oder später ich sage euch.
Kommt der Punkt, an dem man sich fragt, warum. Irgendwer im Körper im Hirn im Herzen klopft in jedem Fall irgendwann an, Hallo, jemand da?, und wenn ja: Warum.“ 

nackt_schnecken_sensor

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Katja Schraml: Nackt_schnecken_sensor. In: Grenzüberschreitung. Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2016. Hrsgg. von Peter Schaden. Verlag Edition FZA. 16.09.2016. ISBN: 978-3-903104-05-1.

auf einen sprung

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Katja Schraml: Auf einen Sprung. In: Dichtungsring. Zeitschrift für Literatur. Nr. 47: Szenarien. Bonn 2016. ISSN: 0724-6412. Erscheinungstermin: 8.6.16.